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Strategiepapier: ORF will GIS-Gebühren auch für Handy und PC

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Strategiepapier: ORF will GIS-Gebühren auch für Handy und PC

Das neue Strategiepapier des ORF sorgt für Wirbel. Künftig sollen Streaming-Inhalte hinter eine GIS-Schranke gestellt werden und nur mehr mittels Registrierungscode abrufbar sein. ORF via PC und Smartphones soll gebührenpflichtig werden.

Wien, 10. Februar 2021 | Die Plattform „netzpolitik.org“ veröffentlichte am Dienstag das neue Strategiepapier 2025 des ORF. Konkret plant der ORF noch 2021, die „Streaming-Lücke“ zu schließen. Momentan können Inhalte aus der TV-Thek ohne GIS-Zahlung von Laptop, Fernseher oder Handy abgerufen werden Das soll sich ändern. Geplant ist eine Beschränkung, die Inhalte hinter eine GIS-Bezahlschranke stellen soll. Ohne Login mit zugehörigem GIS-Registrierungscode soll das Streaming-Angebot nicht abrufbar sein.

“Die Streaming-Lücke ist, egal auf welchem Weg, zu schließen”

Der ORF ist felsenfest entschlossen, wie im Strategiepapier zu lesen ist: “Die Streaming-Lücke ist, egal auf welchem Weg, zu schließen.”

Da der ORF keinen Youtube-Kanal betreuen darf, soll ein „ORF-Player“ aushelfen. Für diesen müsste jedoch zuerst noch das ORF-Gesetz angepasst werden, damit die angestrebten “Online first”- und “Online only”-Strategien eine rechtliche Basis haben.

2021 soll der Player starten, wenn möglich vor der Bestellung des nächsten (oder alten) ORF-Generaldirektors durch die ÖVP-Mehrheit des ORF-Stiftungsrates am 10. August. Eine Gesetzesanpassung, die dem ORF eine längere Abrufdauer als die bisherige sieben Tage-Regelung erlaubt, ist allerdings vor der Wahl nicht realistisch.

Das Strategiepapier sieht ebenfalls vor, dass manche ausgewählte Programmhighlights noch vor der Ausstrahlung im linearen Fernsehen online zu sehen sein werden. Derzeit großteils auf ORF Sport+ gezeigte Randsportarten und das Kinderprogramm dürften mit der Durchsetzung des ORF-Players auf diesen hinüberwandern. Auch die strategische Positionierung von FM4 “ist zu überprüfen und im Hinblick auf eine Migration in die Sound-/Podcast-Plattform zu entscheiden”.

PC und Handy bald GIS-pflichtig?

Für besonderen Wirbel sorgt eine mögliche Erweiterung der GIS-Erhebung auf Smartphones und PCs. Im Strategiepapier steht hierzu:

“Dass als (entgeltpflichtige) Rundfunkempfangseinrichtungen nur jene Geräte gelten, die ‘Rundfunktechnologien’ verwenden, ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt.”

Die “Gebührenlücke” soll vom Gesetzgeber geschlossen werden.

Umwandlung von Landesstudios

Auch für die Landesstudios soll es eine Veränderung geben. Geplant ist, die neun Landesstudios schrittweise in kleinere, regionale Plattformen zu verwandeln. Sie bekommen eine digitale Erneuerung. Noch 2021 sollen die Studios technologisch und architektonisch neu konzipiert werden. Regionalität ist ein strategischer Schwerpunkt der kommenden Jahre. Um das zu würdigen, seien “etwa ein regionales Kurznachrichtenformat für den Spätabend oder ein regionales Diskussionsformat am Wochenende” denkbar.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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