In neuer Position
Der Mediendompteur des ehemaligen Bundeskanzlers Kurz, Gerald Fleischmann, ist zurück. Der für seine harte Gangart mit Journalisten bekannte Medienbeauftragte hat eine neue Position. Er bleibt im Umfeld von Sebastian Kurz.
Wien, 26. November 2021 | Gerald Fleischmann ist zurück. Nachdem der ehemalige Medienbeauftragte des Bundeskanzlers Sebastian Kurz sich nach der Inseratenaffäre, in der auch er verwickelt ist, aus dem Bundeskanzleramt verabschiedete, hat er nun eine neue Position. Bereits seit 1. November arbeitet er wieder im engen Umfeld von Sebastian Kurz.
Wechsel in den ÖVP-Klub
Er ist nun Referent im ÖVP-Parlamentsklub. Ebenfalls aus dem Kanzleramt zum ÖVP-Klub gewandert, ist die ehemalige Büroleiterin Lisa Wieser. Sie ist nun ebenfalls türkise Referentin.
Wegen der Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte Fleischmann Ende Oktober seine Tätigkeit im Bundeskanzleramt beendet. Die Anklagebehörde ermittelt unter anderem wegen Untreue gegen den 48-Jährigen, der Kurz seit dessen Einstieg ins Regierungsgeschäft als Sprecher, später im Kanzleramt auch als stellvertretender Kabinettschef diente, ehe er Kanzlerbeauftragter für Medienthemen wurde.
Wechselte am Tag der Schwarz-PK sein Mobiltelefon
Ein Detail rund um Gerald Fleischmann deckte das „profil“ vergangene Woche auf. Er wechselte am Tag der Pressekonferenz der stellvertretenden Klubchefin Gaby Schwarz, in der sie über drohende Hausdurchsuchungen im ÖVP-Kreis informierte, sein Mobiltelefon. Auch der damalige Kanzler-Pressesprecher Johannes Frischmann, ebenfalls Beschuldigter in der Inseratenaffäre, wechselte an diesem Tag sein Mobiltelefon. Eine Woche später wurden Kanzleramt, ÖVP-Zentrale, Finanzministerium und das Medienhaus „Österreich“ hausdurchsucht.
(bf)
Titelbild: APA Picturedesk