Zwei Bundesräte holen 14.000 Euro von Staatssekretären zurück, Opferzahl von Zyklon “Freddy” stieg auf über 300 in Südost-Afrika, Schweiz greift strauchelnder Credit Suisse unter die Arme und Wissenschaftler finden Dinosaurier mit bisher längstem Hals.
Wien | Was am Donnerstag wichtig ist:
Zwei Bundesräte holen 14.000 Euro von Staatssekretären zurück
Wien | Die vier aktuellen Staatssekretäre und zwei Vorgänger werden zu Anfang ihrer Tätigkeit bezogene zu hohe Saläre zurückzahlen, berichtete die “ZIB2” am Mittwoch. Das Kanzleramt hat nach Oppositionskritik ein Gutachten eingeholt. Demnach stellt der Höchstbezug schon vor der Aufgabenbetrauung eine “irrtümlich erfolgte Vermögensverschiebung” dar – wobei es diese Praxis, gleich mit Angelobung des Maximum zu bezahlen, schon rund 25 Jahre gibt.
Ein Verschulden der Staatssekretäre sei das nicht, es sei vielmehr ein “Fehler im verwaltungsrechtlichen Handeln”, zitierte die “ZiB2” das Kanzleramt. Die sechs in der aktuellen Gesetzgebungsperiode betroffenen Staatssekretäre und Staatssekretärinnen verzichten freiwillig auf die Über-Bezahlung zu Beginn – die insgesamt 14.408,40 Euro werden bei den nächsten Gehaltsüberweisung abgezogen.
Auf Susanne Kraus-Winkler (ÖVP/Tourismus) entfallen 4.975,66 Euro, auf Florian Tursky (ÖVP/Digitalisierung) 4.703,01 Euro, auf Claudia Plakolm (ÖVP/Jugend) 1.938,52 Euro und auf Andrea Mayer (Grüne/Kultur) 333,43 Euro. Ihre Vorgängerin Ulrike Lunacek (Grüne) – die im Mai 2020 zurückgetreten ist – erstattet 1.496,89 Euro zurück und der jetzige Finanzminister Magnus Brunner für seine vorige Tätigkeit als Staatssekretär im Umweltministerium 958,89 Euro. Aufgedeckt hatten dies die beiden Bundesräte Karl Arlamovsky (NEOS) und Sascha Obrecht (SPÖ).
Schweiz greift strauchelnder Credit Suisse unter die Arme
Zürich | Die Schweizerische Nationalbank (SNB) eilt der mit einer tiefen Vertrauenskrise kämpfenden Credit Suisse zur Hilfe. Die SNB werde der zweitgrößten Schweizer Bank bei Bedarf Liquidität zur Verfügung stellen, teilten die Notenbank und die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma am Mittwochabend in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Damit kam die Schweiz Forderungen von Anlegern, aber auch Regierungen und anderen Finanzinstituten nach, die Abwärtsspirale zu brechen.
Sollte die Credit Suisse tatsächlich Geld von der Notenbank beanspruchen, wäre sie die erste global systemrelevante Bank seit der Finanzkrise, die eine maßgeschneiderte Rettungsleine erhält. Von den Problemen von Banken in den USA gehe keine direkte Ansteckungsgefahr für den Schweizer Finanzmarkt aus, erklärten die SNB und die Finma. Die Credit Suisse erfülle die an systemrelevante Banken gestellten Anforderungen bezüglich Kapital und Liquidität. “Darüber hinaus wird die SNB der global tätigen Bank im Bedarfsfall Liquidität zur Verfügung stellen.” Die Finma und die SNB verfolgten die Entwicklungen sehr genau und stünden mit dem Schweizer Finanzministerium in engem Kontakt, um die Finanzstabilität sicherzustellen. Credit Suisse erklärte: “Wir begrüßen die Unterstützungsbekundung.”
Opferzahl von Zyklon “Freddy” stieg auf über 300 in Südost-Afrika
Lilongwe/Maputo/Antananarivo | Der außergewöhnlich lang anhaltende Tropensturm “Freddy” hat in drei Ländern im südöstlichen Afrika – Malawi, Mosambik und Madagaskar – Behörden zufolge mindestens 300 Menschenleben gefordert. Am meisten betroffen ist das verarmte Malawi, wo der staatliche Fernsehsender MBC am Mittwoch von 225 Todesfällen berichtete. Knapp 800 Menschen sind nach offiziellen Angaben aufgrund starker Regenfälle, Fluten und Erdrutsche verletzt worden; 37 weitere seien als vermisst gemeldet.
Mindestens 20.000 Menschen sind laut der Katastrophenschutzbehörde obdachlos geworden. Die Regierung hat für die am stärksten betroffene Region, den Süden Malawis, den Katastrophenfall ausgerufen.
Der Zyklon hat seit dem späten Freitagabend zum zweiten Mal innerhalb eines Monats im Südosten Afrikas eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In Mosambik starben nach Angaben von Präsident Filipe Nyusi mindestens 67 Menschen. Die Zahl könne sich verdoppeln, da viele betroffene Gebiete noch nicht zugänglich seien, sagte Nyusi bei einem Überflug am Mittwoch. Auch im Inselstaat Madagaskar gab es mindestens 17 Tote.
Wissenschaftler finden Dinosaurier mit bisher längstem Hals
London | Die Dinosaurier haben einen neuen Rekordhalter, was die Länge des Halses betrifft – zumindest vorerst. Zu diesem Schluss sind Forscher der Stony Brook University in New York gekommen, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete.
Demnach kam die im heutigen Ostasien und anderen Teilen der Welt verbreitete Saurierart Mamenchisaurus sinocanadorum auf eine Halslänge von mehr als 15 Metern. Das entspricht den Forschern zufolge sechs Giraffenhälsen. Fossile Überreste des Tiers wurden 1987 in China entdeckt. Sie lebten vor mehr als 160 Millionen Jahren und gehörten zur Gruppe der Sauropoden.
Obwohl nur eine kleine Zahl von Knochen des Sauriers bekannt ist, gelang es den Forscher nun mithilfe von vollständigen Skeletten seiner nächsten Verwandten, Größe und Form der Tiere zu rekonstruieren. Dabei kamen sie auf die enorme Halslänge, die alle bisher bekannten Dinosaurier übertrifft.
“Mit einer Länge von 15 Metern sieht es so aus, als wäre Mamenchisaurus sinocanadorum der Rekordhalter – zumindest solange bis etwas Längeres entdeckt wird”, zitierte PA den Paläontologen Andrew J. Moore von der Stony Brook University.
Mittels Computertomographie konnten die Wissenschaftler zudem herausfinden, dass die Wirbel der Riesen hohl waren, wie es bei kleinen Vögeln der Fall ist. Dafür hatten die Tiere vier Meter lange Rippen an ihren Hälsen, die für Stabilität sorgten. Die Erkenntnisse sollen nun in der Fachzeitschrift “Journal of Systematic Palaeontology” veröffentlicht werden.
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