Rendi-Wagner-Erklärung am Vormittag – Rückzug erwartet, Österreichs Eishockey-Team bleibt nach WM-Krimi erstklassig und Karmasin-Prozess dürfte heute enden.
Wien | Was am Dienstag wichtig ist:
Rendi-Wagner-Erklärung am Vormittag – Rückzug erwartet
Wien | Pamela Rendi-Wagner dürfte sich am Dienstag (9:30 Uhr) aus der Politik zurückziehen. Nachdem sie bei der Mitgliederbefragung über den Parteivorsitz nur Rang drei belegte, hat sie vor dem Parteipräsidium eine Erklärung angekündigt. Die Gremien beraten im Anschluss, wie sie mit dem Votum umzugehen gedenken. Denn die letztlich gültige Entscheidung kann erst der Bundesparteitag kommende Woche treffen.
Knifflig macht die Angelegenheit, dass die drei Lager bei der Befragung mehr oder weniger gleichauf lagen. Hans Peter Doskozil, Vertreter einer restriktiven Zuwanderungspolitik, holte zwar Platz eins, blieb aber nur knapp vor dem Traiskirchener Bürgermeister Andreas Babler, der den linken Flügel repräsentiert, und der pragmatischen Amtsinhaberin, die vom Partei-Establishment gestützt wurde.
Doskozil forderte am Montag, quasi als offizieller Kandidat vom Vorstand vorgeschlagen zu werden. Babler wiederum hätte gerne eine Stichwahl durch die Mitglieder, ließ aber offen, ob er alternativ beim Parteitag kandidieren wird. Dort könnte er allenfalls eine Chance haben, wenn sich die delegiertenstarken und Doskozil-skeptischen Wiener und Gewerkschafter hinter ihn stellen. Von diesen beiden Gruppierungen gab es am Montag keinerlei Festlegungen.
Österreichs Eishockey-Team bleibt nach WM-Krimi erstklassig
Tampere | Österreichs Eishockey-Team bleibt nach einem Herzschlagfinale bei der Weltmeisterschaft in Tampere erstklassig. Die ÖEHV-Auswahl gewann am Montag das direkte Duell um den Klassenerhalt gegen Ungarn mit 4:3 nach Penaltyschießen (1:2,2:1,0:0,0:0,1:0) und qualifizierte sich für die A-WM von 10. – 26. Mai 2024 in Tschechien (Prag, Ostrava). Torhüter Bernhard Starkbaum ließ sich im Penaltyschießen (2:0) nicht bezwingen.
“In meiner Realität war die WM ziemlich gut. Es ist für Österreich nicht selbstverständlich, dass wir so mithalten”, freute sich Teamchef Roger Bader über den neuerlichen Klassenerhalt. “Die Jungs können stolz sein. Wir haben uns das verdient”, sagte sich Kapitän Thomas Raffl. “Das Ziel war der Klassenerhalt, das haben wir erreicht. Wir haben uns durchgesetzt, spielen nächstes Jahr wieder in der A-Gruppe, das ist alles was zählt”, meinte Dominque Heinrich.
Wie im Vorjahr gegen Großbritannien (5:3 nach 1:3-Rückstand) ebenfalls in Tampere wurde das abschließende Entscheidungsspiel zu einer Zitterpartie. Wieder mussten die Österreicher einem 1:3 nachlaufen, kämpften sich zurück und schafften erstmals seit 19 Jahren zweimal hintereinander den Verbleib unter den besten 16 Nationen. Bei Punktegleichheit entschied das gewonnene direkte Duell für die Bader-Truppe.
Karmasin-Prozess dürfte heute enden
Wien | Hochspannung am Wiener Landesgericht für Strafsachen: Am Dienstag dürfte der Prozess gegen Ex-Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) und einen mitangeklagten Abteilungsleiter im Sportministerium wegen schweren Betrugs sowie Bestimmung zu wettbewerbsbeschränkenden Maßnahmen zu Ende gehen. Sollte es zu Schuldsprüchen kommen, drohen den Angeklagten bis zu drei Jahre Haft, wobei Karmasin die U-Haft auf die Strafe anzurechnen wäre.
Die Meinungsforscherin und Ex-Politikerin war am 2. März 2022 fest- und zwei Tage später wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft genommen worden. Erst am 28. März gab das Oberlandesgericht (OLG) Wien einer Haftbeschwerde ihrer Anwälte Norbert Wess und Philipp Wolm Folge – Karmasin musste somit immerhin 26 Tage in einer Zelle verbringen.
Die Ex-Ministerin soll sich nach ihrem Ausscheiden aus der Politik widerrechtlich Bezugsfortzahlungen erschlichen haben, indem sie Bediensteten des Bundeskanzleramts verschwieg, dass sie ihre selbstständige Tätigkeit nach ihrer Amtszeit als Familienministerin nahtlos fortsetzte. Von der Anklage umfasst sind 78.589,95 Euro. Der zweite Anklagekomplex betrifft drei Studien für das Sportministerium, für die Karmasin nach ihrem Ausscheiden aus der Politik den Zuschlag erhielt, indem sie laut Anklage zwei Mitbewerberinnen – darunter ihre frühere Mitarbeiterin Sabine Beinschab – dazu brachte, “von ihr inhaltlich vorgegebene und mit ihr vorab inhaltlich abgesprochene Angebote an die Auftraggeber zu übermitteln, um sicherzustellen, dass die ihr zuzurechnende Karmasin Research & Identity GmbH die Aufträge bekommen würde” (Anklageschrift). Karmasin hat sich in dem Verfahren, in dem es noch nicht um die ÖVP-Umfragen-Affäre geht, “nicht schuldig” bekannt.
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