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Weltweiter Rohstoffverbrauch seit 1970 vervierfacht

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Weltweiter Rohstoffverbrauch seit 1970 vervierfacht

Das ist ein Unterüberschrift

In den letzten 50 Jahren ist der Verbrauch von Rohstoffen weltweit um das Vierfache gewachsen. Dazu trägt vor allem die neuen Mittelschicht in China bei, denn wohlhabende Menschen verbrauchen viel mehr als arme.

Wien, 03. Jänner 2022 | Die Menschheit verbraucht vier Mal so viel Rohstoffe wie noch vor 50 Jahren. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Zeitschrift “Nature Sustainability” veröffentlicht wurde. Auch österreichische Forscher waren beteiligt. Sie messen den globalen “Material-Fußabdruck”.

Der stieg seit 1970 überall auf der Welt an. Der größte Teil des steigenden Rohstoffverbrauchs ist auf den wirtschaftlichen Aufstieg der asiatisch-pazifischen Region zurückzuführen. Mit China, Indien, Indonesien und Pakistan liegen dort vier der fünf bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Stärkster Treiber der Entwicklung war China, das alleine für 60 Prozent des Rohstoffverbrauchs in der Region verantwortlich ist. In China entstand in den letzten Jahrzehnten eine große Mittelschicht, die genug Geld für entsprechenden Konsum hat. Der Löwenteil des steigenden Verbrauchs geht aber nicht auf individuellen Konsum, sondern auf große Infrastrukturprojekte zurück. So überholten China, Japan, Südkorea und Indonesien die USA und Europa als größte Importeure von Baumaterialien.

Rohstoffverbrauch nach Einkommen. Quelle: Nature Sustainability

Rohstoffverbrauch nach Region. Quelle: Nature Sustainability

Steigender Wohlstand, steigender Rohstoffverbrauch

Je reicher ein Land, desto mehr Rohstoffe werden pro Kopf dort im Allgemeinen verbraucht. Der steigende Wohlstand in großen Teilen der Welt erklärt daher auch, warum sich der Rohstoffverbrauch seit 1970 vervierfachte, obwohl die Weltbevölkerung sich im selben Zeitraum “nur” verdoppelte. Weltweit werden aktuell 95 Milliarden Tonnen Rohstoffe pro Jahr verbraucht. Das von der UNO angestrebte Ziel, steigenden Wohlstand von steigendem Rohstoffverbrauch zu entkoppeln, sehen die Forscher glbal nicht in Sicht.

In Österreich gibt es diesbezüglich hingegen gute Zeichen: Österreich verbraucht zwar pro Kopf rund 25,5 Tonnen Rohstoffe im Jahr, was im weltweiten Vergleich viel ist; seit 1990 stieg der Material-Fußabdruck des durchschnittlichen Österreichers um rund 32 Prozent. Das Bruttonationalprodukt wuchs aber in der selben Zeit um 70 Prozent.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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